Dem Thema Gaming und eSports wird international wie auch national immer mehr Bedeutung geschenkt. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie wuchs die Aufmerksamkeit bei der breiten Bevölkerung, und deutlich mehr Menschen griffen in dieser Phase zu ihrem Gamecontroller oder schauten sich entsprechende Live-Formate auf Streamingplattformen wie Twitch an. Auch in Niedersachsen wird diese steigende Bedeutung des eSports sichtbar. So engagieren sich jetzt schon einige Profi-Sportvereine und unterhalten eigene eSports-Abteilungen. Daneben existieren sogar reine eSports-Profivereine wie die „Playing Ducks“ aus Peine und Amateurvereine wie der TSV Hamelspringe oder der TSV Burgdorf mit klassischen Sport- wie auch eSports-Abteilungen. Es fehlt in Niedersachsen jedoch an einer zentralen Anlaufstelle, die sowohl die Sichtbarkeit für die Themen erhöht, Raum für Veranstaltungen bietet, in dem Themenkomplex aufklärt und berät und das wirtschaftliche Potenzial sichtbar macht.

In Hannover soll zukünftig ein entsprechendes Gaming- und eSport-Zentrum entstehen. Die so-na GmbH & Co. KG hat zusammen mit der hannoverimpuls GmbH über das Förderprogramm DigitalHub.Niedersachsen einen entsprechenden Antrag zum Aufbau eines Zentrums gestellt. Dieser Antrag wurde von der Jury positiv bewertet.

Vom Pixelpokal zum eSport-Zentrum

Die Medienagentur so-na ist seit 2012 am Markt. Seit 2016 widmet sie sich intensiv dem Thema Gaming und eSports. Marko und Regine Silbermann, die Geschäftsführer der so-na, sind selbst leidenschaftliche Spielefans und Konsolensammler. Das führte sie schließlich dazu die Event-Reihe Pixelpokal in Hannover zu initiieren. Der Pixelpokal startete mit 60 Teilnehmenden und wuchs bis im Jahr 2020 vor der Corona-Pandemie auf 500 Spielerinnen und Spieler vor Ort im Kulturzentrum Pavillon am Raschplatz. Mit dem Pixelpokal möchten sie die Videospielkultur in Niedersachsen und Deutschland fördern.

Der Aufbau eines Gaming- und eSport-Zentrums in Hannover ist der nächste Schritt und eine dauerhafte zentrale Verankerung sowie Anlaufstelle für das Thema in der Region. Es soll aus drei großen Bausteinen bestehen, die sinnbildlich für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft des Gamings stehen. Ein interaktives Videospielmuseum ermöglicht es, alle Spielekonsolen von 1972 bis heute und Arcade-Automaten der letzten Jahrzehnte anzuschauen und auch aktiv zu bespielen, eine moderne eSport-Arena bietet Platz und Raum für große Turniere sowie Fachveranstaltungen, auch für Unternehmen, und eine Akademie für Spieleentwickler und eSport-Talente bietet Raum für Schulung und Beratung.

Die eSport-Arena – Gaming live erleben

Ein großer Teil des Zentrums wird der Durchführung von Gaming- und eSport-Veranstaltungen gewidmet. Das Team baut dabei auf die langjährige Erfahrung durch die Pixelpokal-Events. Bedeutende Turniere werden auf großer Leinwand ausgetragen und für die Zuschauer daheim professionell gestreamt. Im Zentrum werden kleine und große eSport-Veranstaltungen mit modernster Technik in Szene gesetzt. Moderiert werden die Abende von gefragten eSport-Moderatoren, die als Kooperationspartner im Zentrum aktiv sind. Der eSport bietet generell die Möglichkeit, über Nationalität, Geschlecht, Alter und auch körperliche Behinderung hinwegzusehen. Der Hub soll in diesem Rahmen einen Beitrag zur Inklusion von eSportlern mit Behinderung leisten. Wenn gerade kein eSport-Turnier stattfindet, wird die Bühne für branchenrelevante Vorträge, Infoveranstaltungen und B2B-Events zum weiteren Austausch und der Vernetzung in der Branche angeboten.

Die Akademie – Unterstützung für Talente und Entwicklung 

Ein wichtiger Bestandteil des Zentrums ist das Thema Nachwuchsentwicklung und Fachkräftesicherung. Dabei geht es um Spieleentwicklung an sich und zum anderen um die Förderung junger Talente im Bereich des eSports. In der Akademie werden drei zentrale Bereiche fokussiert: Junge eSport-Talente werden vor Ort durch international erfahrene Trainerinnen und Trainer trainiert und aufgeklärt. Darüber hinaus wird Raum und Unterstützung für Entwickler geschaffen. Es entsteht eine verspielte, produktive Atmosphäre, in der sich Entwickler gegenseitig helfen. Bedarfsgerecht werden Gamejams veranstaltet, bereits am Markt etablierte Entwickler zu Vorträgen einladen und es finden Beratungen zu möglichen Förderungen statt. Zum Kernteam des Zentrums zählen Indiegame-Entwickler, die interessiertem Entwicklernachwuchs aus der Region Unterstützung bieten. Darüber hinaus werden klassische Unternehmen darüber aufgeklärt, welche Potenziale Games und Gamification für sie bieten und wie sie von Gaming und Gamern profitieren können.

Das Videospielmuseum – ein Blick in die Vergangenheit

Die Konsolensammlung der so-na bzw. des Pixelpokals zählt zu den größten in Deutschland und wird dem Museum vollständig zur Verfügung gestellt. Hinzu gesellen sich besondere Leihgaben aus dem deutschlandweiten Retrogaming-Netzwerk. Über 100 Spielestationen aus allen Epochen werden für die Besucher zum Spielen bereitstehen und sie durch die komplette Historie der Videospiele führen. Es werden aber nicht nur Heimkonsolen und -computer ausgestellt, sondern auch zahlreiche originale Arcade-Automaten und besondere Sammlerstücke wie eine 2-Player-Tanzmaschine, japanische Mario-Kart-Automaten für vier Spieler, Lifesize-Spielefiguren sowie einzigartige Exponate wie ein 1:1-Modell eines X-Wings aus Star Wars mit einer Spannweite von über 10 Metern, in dessen Cockpit man einen Virtual Reality-Dogfight bestreiten kann. Das Museum bietet etliche Möglichkeiten, die generationsübergreifende Kommunikation zwischen Kindern, Eltern und sogar Großeltern anzuregen.

Sie möchten mehr zu unserer Themenwoche „Gamification, Serious Games & eSports: Unternehmen spielerisch digitalisieren?!” in Kooperation mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung und dem APITs Lab erfahren? Weitere Informationen und Beiträge finden Sie hier.

 

(Text und Bild: Pixelpokal)