In unserer Themenwoche „Gamification, Serious Games & eSports: Unternehmen spielerisch digitalisieren?!“ nehmen wir vom 8.-12. November 2021 die gleichnamigen Themen und deren Potentiale für Unternehmen genauer in den Blick. Doch warum eigentlich?

Laut dem Verband der deutschen Games-Branche, dem game e.V., spielen mehr als 34 Millionen Deutsche gelegentlich oder regelmäßig Computer- und Videospiele auf dem PC, der Spielekonsole oder dem mobilen Endgerät. Die Geschlechterverteilung der regelmäßigen Spieler*innen ist dabei mit 48 Prozent Frauen und 52 Prozent Männer sehr angeglichen und das Durchschnittsalter dieser lag 2020 bei 37,5 Jahren. Games erreichen damit so viele Menschen wie noch nie zuvor. Insbesondere zeigt sich zunehmend, dass nicht nur Jugendliche regelmäßig spielen, sondern vor allem auch die ältere Bevölkerungsgruppe zwischen 50 und 69 Jahren – die sogenannten Silver Gamer. Sie machen mittlerweile rund ein Drittel der gesamten Spielerschaft in Deutschland aus. Der Verband geht davon aus, dass nicht zuletzt das Spielerische, das Soziale und das Interaktive die digitalen Spiele so beliebt machen. Die drei Elemente machen Games dabei aber nicht nur als Beschäftigung nach Feierabend interessant, sondern ermöglichen es das Medium auch als aktives Lernformat, Motivationsverstärker oder sogar als Therapiebegleiter zu nutzen.

Serious Games, Gamification, eSport Begriffserklärung
(Bild: Florian Olivo/Unsplash)

Aus Sicht von Personalverantwortlichen, die in 2019 im Auftrag des game e.V. befragt wurden, konnten Serious Games so beispielsweise eine erhebliche Steigerung der Lernleistung und Motivation bewirken, sodass 98 Prozent der Befragten Serious Games (eher) gut fanden. Besonders positiv wurde dabei auch hervorgehoben, dass die vermittelten Inhalte besser behalten wurden. Dass diese Potentiale auch vom deutschen Markt erkannt wurden, unterstreicht das prognostizierte Wachstum von jährlich durchschnittlich 19 Prozent auf 370 Millionen Dollar in 2023.

Unterstützungsangebote in Niedersachsen: Das APITs Lab

Das Land Niedersachsen erkannte das Potenzial und den Bedarf der Nutzbarmachung des Know-hows aus der Games-Branche bereits sehr frühzeitig und initiierte daher bereits in 2017 das Applied Interactive Technologies Lab, kurz APITs Lab. Seitdem unterstützt das APITs Lab unter dem Motto „Niedersachsen spielend digitalisieren“ die niedersächsische Wirtschaft auch rund um die Themen Serious Games und Gamification, etwa durch Information, Beratung, projektbezogene Workshops und die aktive Projektbegleitung in der Anfangsphase. Gleichzeitig fördert das APITs Lab die gezielte Vernetzung der niedersächsischen Games-Branche. Durch die Ansiedlung des Projektes bei der nordmedia, der Film- und Mediengesellschaft für Niedersachsen und Bremen, ist das APITs Lab in die etablierten Strukturen und Netzwerke der Gesellschaft eingebettet, die auch mit der Gamesförderung in den norddeutschen Bundesländern beauftragt ist. Sie möchten mehr über das APITs Lab erfahren? Hier gelangen Sie zur Website.

Last but not least: Der Bereich eSports

Zwei Gamer vor ihren Monitoren
Der Bereich eSports ist längst keine Nischenerscheinung mehr. (Bild: Alex Haney/Unsplash)

Auch der Bereich des eSports gewinnt immer mehr an Bedeutung. Mit den eSports wurde eine komplett neue Zuschauersportart geschaffen. Weltweit feiern eSports-Veranstaltungen sowohl vor Ort wie auch digital Besucherrekorde. Fast die Hälfte der Konsumenten kam in den letzten beiden Jahren dazu. Durch die Corona-Pandemie wurde diese Entwicklung zusätzlich verstärkt. Während traditionelle Sportarten mit der Pandemie zu kämpfen hatten ist der passive Konsum von eSports-Inhalten weiter gestiegen. In Deutschland kennen bereits über zwei Drittel der Bundesbürger diesen Wettkampf mit Computer- und Videospielen. Rund 13 Millionen Deutsche haben sich bereits eSports-Übertragungen angesehen.

Millionen von Spielerinnen und Spielern messen sich heutzutage in nationalen und internationalen Ligen. So führt beispielsweise in Deutschland die DFL Deutsche Fußball Liga in Kooperation mit EA SPORTS seit 2012 als erste professionelle Fußballliga überhaupt mit der Virtual Bundesliga (VBL) regelmäßig einen eSports-Wettbewerb durch. Das Format ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. In der abgelaufenen Saison 2020/21 nahmen insgesamt 26 Clubs aus der 1. und 2. Bundesliga teil, darunter auch drei Vereine aus Niedersachsen.

Dieser Trend mit dem Wachstum des eSports wird sich international wie auch in Deutschland fortsetzen. Es wird prognostiziert, dass 2021 rund 470 Millionen Zuschauer bei eSports-Events zuschauen und somit Einnahmen von ca. einer Milliarde Dollar generiert werden. Bis 2024 soll sich dieser Wert auf 577 Millionen Zuschauer und Einnahmen in Höhe von 1,6 Milliarden steigern. Inzwischen erkennen auch zunehmend Unternehmen und Personen außerhalb der Gaming-Szene diesen Trend. Erste Fernsehsender beginnen mit der Übertragung von eSports-Turnieren und Streamer machen immer wieder Werbung für entsprechende Veranstaltungen.

 

Die beschriebenen Entwicklungen in den einzelnen Bereichen unterstreichen, warum es sich auch für Unternehmen lohnt die Themen Gamification, Serious Games und eSports genauer in den Blick zu nehmen und in einem Format wie dieser Themenwoche zu beleuchten. Die Themenwoche wird dabei auch hervorheben, welche niedersächsischen Angebote, Initiativen und Akteure es bereits gibt und geben wird. Seien Sie gespannt! Sie wollen mehr über unsere Themenwoche erfahren? Hier finden Sie alle Inhalte.

 

(Header: Florian Olivo/Unsplash)